In der Historie treffen wir drei verschiedene Arten Schlangenbohrer die sich in der Art der Spirale unterscheiden.

Im Katalog der Firma Weiss und Sohn aus dem Jahre 1909 wird ein Bohrer als „Lewis-Bohrer“ bezeichnet und zeichnet sich aus durch nur eine Wendel mit völlig freier Mitte und nur einer Hauptschneide. Patente reichen bis ins Jahr 1809 zurück.

Im Jahr 1855 wird eine weitere Form zum Patent angemeldet die in Deutschland unter der Bezeichnung „Douglas“ bekannt ist. Es handelt sich um einen Schlangenbohrer der durch Verdrillen eines Flachstahles hergestellt wurde und somit eine doppelgängige Spirale, zwei Vorschneider und zwei Hauptschneiden besitzt.

Charles Irwin erhält im Jahre 1884 ein Patent auf seinen Schlangenbohrer und kreiert damit die dritte Variante. Dieser Bohrer verfügt über einen runden Mittelschaft mit umlaufender Wendel. Markant ist, dass diese Wendelung nur von einer Hauptschneide ausging. Die Wendel der zweiten Hauptschneide endete nach einer halben Windung. Durch diesen Trick konnte ein sehr großer Spanraum erzeugt werden, der sehr gut die Späne transportierte.

In der Historie finden sich an diesen Schlangenbohren entweder Zentrierspitzen oder Gewindespitzen.

Wenn es darum geht, besonders tiefe Löcher in Holz zu bohren, sind Schlangenbohrer unverzichtbar. Schlangenbohrer zeichnen sich durch einen besonders großen, gewendelten Spanraum aus, durch den Holzspäne beim Bohren zum Werkzeugschaft transportiert werden. Heute besitzen die eingesetzten Bohrmaschinen und Akkuschrauber eine erheblich höhere Drehzahl als noch vor 20 Jahren. Das führt zu stärkeren Beanspruchungen der Werkzeuge. Durch unsere innovative Fertigung, konnten wir uns dieser Herausforderung positiv stellen.

Sicherlich setzen Zimmerleute heute die Lewis Schlangenbohrer mit am meisten ein, aber auch auf modernen Holzbearbeitungsmaschinen wie zum Beispiel Abbundanlagen, finden sie Ihren Einsatz. Setzt der Zimmermann einen Schlangenbohrer in der Freihand Anwendung ein, schätzen diese Handwerker es besonders, wenn die Bohrer eine Gewindespitze besitzen. Bei dieser Fertigungsart ist es möglich, die Gewindespitze in das Holz zu drücken und danach den Bohrvorschub dem Werkzeug bei laufender Maschine zu überlassen, da sich diese Schlangenbohrer mit jeder Umdrehung automatisch in das Holz einziehen. Somit kann der Zimmermann sich voll auf die Bohrrichtung des Werkzeuges konzentrieren. Um die Reibkräfte -der zuweilen sehr langen Schlangenbohrer- zu reduzieren, setzen wir in der Herstellung den Bohrerteil hinter dem Werkzeugkopf ab. Das heißt, dass der Durchmesser der Schlange geringer ist als der des Werkzeugkopfes.

So ist es bei unseren Schlangenbohrern nicht gefordert, Vorschubkräfte aufzubringen wie z.B. bei einem Holzspiralbohrer mit Zentrierspitze. Das erleichtert die Arbeit deutlich, besonders bei größeren Bohrerdurchmessern oder einer großen Anzahl von herzustellenden Bohrungen. Wir bei FAMAG sind große Verfechter dieser Spitzenart und fertigen aus diesem Grund unsere Lewis-Schlangenbohrer ausschließlich mit Gewindespitze.

Die FAMAG Lewis-Schlangenbohrer zeichnen sich durch eine gefräste runde Spirale aus. Dieser Spiraltyp gewährleistet höchste Biegesteifigkeit bei größtmöglichem Spanraum. Damit fördern unsere Schlangenbohrer besonders gut den abgehobenen Span aus der Tieflochbohrung und sind dabei besonders „spurtreu“. Das ist besonders wichtig, wenn tiefe Löcher gebohrt werden müssen und die Holzfasern des Werkstoffes versuchen dem Bohrer während des Bohrens eine „eigene Richtung“ zu geben.

Unsere Schlangenbohrer haben einen Vorschneider, eine Hauptschneide und eine Gewindespitze die besonders gut in Weichholz aber auch europäischem Hartholz funktioniert. Um Reibkräfte an der Mantelfläche der Schlangenbohrer zu minimieren, setzen wir bei der Herstellung den Spiralteil im Durchmesser etwas zum Werkzeugkopf hin ab. Somit entsteht ein geringerer Durchmesser am Spiralbereich der Bohrer. In der Praxis reduziert das die Kontaktflächen in der Bohrung und erleichtert die Arbeit enorm. Zum Verdrehschutz im Maschinenfutter fertigen wir die Schäfte mit einem Sechskant (ab Durchmesser 10mm).

Es stehen sechs Arbeitslängen (Gesamtlänge) standardmäßig ab Lager zur Verfügung: 235 mm, 320 mm, 460 mm, 650 mm und 1.000 mm. Längere Bohrer fertigen wir als Sonderanfertigung entweder kostengünstig mit einem langen Schaft oder auch mit extralangen Spiralen. Gesamtlängen von 2.500 mm sind maximal möglich und keine Seltenheit. Alle Schlangenbohrer fertigen wir ab einem Durchmesser von 5 mm – 50 mm als Standard (die Gesamtlänge 1.000 mm erst ab Ø 14 mm). Seit einiger Zeit produzieren wir zusätzlich die Gesamtlänge 1.080 mm. Diese Schlangenbohrer besitzen eine 1.010 mm lange Spirale und unterscheiden sich damit von den 1.000 mm langen Schlangen, die nur eine Spirallänge von 380 mm bzw. 535 mm (ab Durchmesser 34 mm) besitzen. Der Vorteil der ganz langen Spirale ist, dass die Späne noch komfortabler aus der Bohrung gefördert werden und diese Bohrer –besonders bei Tieflochbohrungen- noch spurtreuer sind!

Größter Durchmesser den wir auf unseren Fertigungsanlagen als Sonderanfertigung produzieren können ist 80 mm. Über 130 Einzeldurchmesser stehen in den Gesamtlängen 235, 320, 460, 650, 1.000 und 1.080 mm zur Verfügung.

Durch die universellen Bohreigenschaften und die modernen Fertigungstechniken finden wir heute im Markt eigentlich nur noch gefräste Lewis-Schlangenbohrer. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei Forstnerbohrern: Zuerst kommt der Vorschneider und schneidet die Holzfasern des äußeren Kreisringes der Bohrung vor. Unmittelbar danach kommt die Hauptschneide und erledigt die eigentliche Arbeit des Spanabhebens. FAMAG Lewis-Bohrer finden Anwendung bei Zimmerleuten, auf automatischen Abbundanlagen und überall dort wo tiefe Löcher gebohrt werden sollen.

 

In über 150 Jahren haben wir viel Erfahrung sammeln können wenn es um das Zusammenspiel von Spanraum, Spannuttiefe und der Stabilität eines Schlangenbohrers geht. Hier entscheiden oft wenige Millimeter über Erfolg oder Misserfolg einer Tieflochbohrung. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede ob ein Weichholz oder ein exotisches Hartholz bearbeitet werden soll. Millionen von FAMAG Schlangenbohrern wurden produziert und finden den täglichen Einsatz in der Praxis. Zimmerleute und andere Profis berichten uns oft, dass es Anwendungen gibt, in denen nur FAMAG Schlangenbohrer erfolgreich sind. Ein ganz klein wenig erfüllt uns das mit Stolz. Auf Grund dieser Alleinstellungsmerkmale zählen wir die FAMAG Lewis-Schlangenbohrer zur DELTA-F Familie.

 

  • perfekter Spantransport auch bei Tieflochbohrungen durch einschneidige Spiralgeometrie
  • sehr spurtreu bei Tieflochbohrungen durch runde Spiralnuten
  • nahezu selbstständiges Bohren da sich der Schlangenbohrer mit seiner Gewindespitze selbstständig in das Weichholz zieht
  • sauberer Bohrungseintritt durch separate Vorschneider
  • geringe Reibung durch abgesetzten Werkzeugkopf
  • verdreht sich nicht im Maschinenfutter durch Sechskantschaft
  • gut geeignet auch für Abbundanlagen durch 60 mm langen Sechskantschaft
  • lange Lebensdauer da sehr leicht nachzuschleifen

Wichtige Kennzahlen:

Art.-Serie 1410
Spirale eine
Vorschneider einer
Hauptschneide eine
5 - 50 mm
SØ ab 14 mm 13 mm Sechskant
GL 235/320/460/650/1.000/1.080 mm
Werkstoff WS
Drehzahl Ø 12 mm 2.000 min-1
EAN ja
Verpackung Rose-Röhre
VE 1
Produktreihe 1410
(zum Produkt)

Neben mehr als 130 Einzeldurchmessern (in den verschiedenen Arbeitslängen) stehen die gängigsten Durchmesser auch in diversen verschiedenen Sets zur Verfügung. Als 8-teilige Variante (Ø 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18 und 20 mm) in der Gesamtlänge 235 mm und jeweils als 6-teilige Sets (Ø 10, 12, 14, 16, 18 und 20 mm) in den Längen 235, 320, 460 und 650 mm. Weiterhin zwei Sets in den Längen 320 und 460 mm die zusätzlich die Durchmesser 22 und 24 mm beinhalten.

Produktreihe 1411
(zum Produkt)

 

Um ein Bohren und Senken in einem Arbeitsgang zu ermöglichen, bieten wir für unsere Lewis-Schlangenbohrer passende Aufsteckversenker in diversen Durchmessern an. Diese Aufsteckversenker besitzen alle eine 13 mm Bohrung und können somit perfekt auf die Schäfte der Schlangenbohrer aufgeschoben und mittels Klemmschraube fixiert werden.

 

Produktreihe 1420
(zum Produkt)

 

Für den Einsatz auf Abbundanlagen bieten wir einen speziellen Abbundbohrer der Serie 1420 an.

 

Produktreihe 1493
(zum Produkt)

 

Für die Bearbeitung von sehr harten Hölzern fertigen wir eine separate Produktlinie mit einer besonders groben Zentrierspitze und einem Untermesser anstelle des Vorschneiders. Weitere Informationen finden Sie in der Artikelserie 1493.

 

Produktreihe 1403 - 1406
(zum Produkt)

 

Alle FAMAG Schlangenbohrer mit den Gesamtlängen 320, 460 und 650 mm können perfekt in den verschiedenen FAMAG Bohrständern eingesetzt werden. Je nach Ausführung sind diese im Anstellwinkel verstellbar und gewähren dadurch eine perfekte Bohreranstellung im Winkelspektrum 45 – 90°.

Produktreihe 1410
(zum Produkt)
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