10 Fragen mit Antworten vom Profi
1. Sie möchten ein 20 mm Loch in einem
Anstellwinkel von nicht 90° freihand in Holz bohren, welches Werkzeug ist das
Richtige?
Bei "Freihandbohrungen" empfehlen wir grundsätzlich Forstnerbohrer
"Made in Germany". Diese Präzisionswerkzeuge besitzen eine Zentrierspitze in
idealer Ausführung zum genauen Positionieren des Bohrers und eine maschinengeschliffene
Umfangsschneide (Peripherieschneide), die eine sehr gute Führung des Bohrers während der
Arbeit garantieren. Bei Bohrungen in Weichholz empfehlen wir den herkömmlichen
Forstnerbohrer, bei härteren Holzarten die Ausführung mit der gezahnten Schneide und bei
Hartholz den rasanten Forstnerbohrer
. Der
läßt
sich übrigens phantastisch universell in allen Holzarten einsetzen.
2. Sie bohren ausschließlich stationär
(Ständerbohrmaschine bzw. Bohrständer mit Handbohrmaschine), meistens
den gleichen Durchmesser in verschiedenen Holzarten (auch Hartholz), welches Werkzeug sollten Sie verwenden?
In diesem Einsatzbereich empfehlen wir Hartmetall bestückte Werkzeuge. Diese fertigen
dauerhaft präzise Bohrungen in Harthölzer, beschichtete Spanplatten und MDF-Platten bei
sehr hohen Standzeiten. Eine mögliche thermische Aufheizung des Werkzeugkopfes durch hohe
Vorschübe beeinträchtigt diese Werkzeuge durch die physikalischen Eigenschaften des
Hartmetalles nicht. Ideal arbeiten diese Werkzeuge im stationären Bereich. Im
"Freihandbetrieb" empfehlen wir Forstnerbohrer, da diese durch die
Umfangsschneide eine gute Führung des Bohrers garantieren.
3. Sie möchten ein besonders tiefes Loch (mit
exaktem Durchmesser) in einem Arbeitsgang fertigen, welches Werkzeug kann das?
Spezialisten für diesen Anwendungsbereich sind die Schlangenbohrer. Sie sind lieferbar in
den Längen 230 mm, 320 mm, 460 mm, 650 mm und jetzt sogar in 1000 mm. Verfügbare
Durchmesser liegen hier von 5 bis 50 mm vor. Durch den hochwertigen Werkstoff sind diese
Bohrer universell geeignet für alle Holzarten. Alle Ausführungen sind maschinell
rundgeschliffen und verfügen über eine Gewindespitze, einen Vorschneider und eine
Hauptschneide. Durch die besonders hohe Maßhaltigkeit dieser Werkzeuge sind sie auch für
exakte Stabdübelbohrungen nach DIN 1052 geeignet.
4. Sie möchten in Kopfholz (Stirnholz) bohren,
wie stellt man das an und mit welchem Werkzeug?
Beachten Sie bitte, dass im "Freihandbetrieb" der Bohrer gern der
Holzstruktur folgt und es schnell zum Verlaufen des Werkzeuges kommen kann. Ein
stationärer Betrieb mit festgespanntem Werkstück bietet sich an. Hierzu empfehlen wir
Hartmetall bestückte Werkzeuge, da sie unempfindlich gegen harte Hölzer sind. Sollten
Sie freihand bohren, empfehlen wir bei größeren Durchmessern ab 20 mm den
. Er
ist wohl der einzige Forstnerbohrer, der für diesen Ersatzbereich geeignet ist. Bei
kleineren Durchmessern, besonders bei tiefen Bohrungen empfehlen wir Schlangenbohrer
in Spitzenqualität.
5. Welche Drehzahl und welchen Vorschub sollte man
beim Bohren in Holz wählen?
Holz ist ein gewachsener Rohstoff. Nicht nur die Beschaffenheit der einzelnen Holzarten
ist völlig verschieden, sondern auch innerhalb eines Stammes einer Sorte gibt es
grundlegende Unterschiede (z.B. Verhärtungen innerhalb des Holzes, Asteinschlüsse etc.).
So muss auch die Drehzahl und der Vorschub sehr unterschiedlich ausfallen. Eine
Grundformel für Holz gibt es nicht. Als Faustformel empfehlen wir: Je kleiner der
Durchmesser, weicher die Holzart und je hochwertiger der Werkzeug-Werkstoff, desto
schneller sollte die Drehzahl sein. Richtwerte entnehmen Sie bitte unserem Diagramm.
6. Sie suchen ein universelles Werkzeug für
Weichholz, Hartholz, beschichtete Spanplatte und sogar MDF Platten! Sie bohren nicht nur
stationär, sondern auch freihand. Welches Werkzeug wird diesen Anforderungen gerecht?
Klare Antwort: ....der rasante Forstnerbohrer
.
Bei diesem Werkzeug handelt es
sich eine spezielle Form Forstnerbohrer. Er bohrt nicht nur Weichholz mit einem
unglaublichen Vorschub, nein auch Hartholz läßt sich so rasant zerspanen wie mit keinem
anderen Forstnerbohrer. Das lästige thermische Aufheizen des Werkzeuges mit den bekannten
Folgen (Bohrer läuft an und brennt letztlich nur noch in Holz) ist beim
nicht mehr zu
beobachten. Dieses liegt begründet in der speziellen Geometrie des Werkzeugkopfes, durch
die es sogar möglich ist, beschichtete Spanplatten "freihand" zu bohren ohne
daß diese an den Schnittkanten aufreißen oder das Werkzeug nach drei Bohrungen stumpf
ist. Ein wirklich rasanter Bohrer, nicht nur stationär sondern auch im Freihandbetrieb.
Sie sollten den
testen, und das nicht nur in Weichholz.
7. Sie arbeiten mit der Oberfräse und möchten
den harten Kunststoff z.B. Corian bearbeiten, mit welchen Fräsern ist das möglich?
Alle Hartmetall bestückten Fräser von FAMAG erfüllen diese Anforderungen. Das hier verwendete
Hartmetall ist so hochwertig, dass selbst so harte Kunststoffe wie Corian diesen Fräsern
nichts anhaben können.
8. Warum sollte man für die Holzbearbeitung
Holzspiralbohrer verwenden und nicht einfach Metallspiralbohrer?
Metallspiralbohrer besitzen Hauptschneiden, die speziell für harte metallische Werkstoffe
ausgebildet sind. Sie sind von ihrem Aufbau sehr stabil gestaltet, erzeugen hierdurch
jedoch eine Reibung die beim Holz nicht erwünscht ist. Durch den speziellen Anschliff der
Holzspiralbohrer dringen diese leichter in das Holz ein, zerspanen den Werkstoff Holz
leichter und erzeugen weniger Reibung. Zusätzlich bieten diese Bohrer Vorschneider, die
eine sehr hohe Qualität der Bohrungswandungen garantieren.
9. Was ist der Unterschied zwischen
herkömmlichen Forstnerbohrern und
?
Die Geometrie der Umfangsschneide des
unterscheidet sich deutlich von der eines
herkömmlichen Forstnerbohrers. Beim
ist diese Umfangsschneide gezahnt und
besitzt zusätzlich noch eine Wellenform. Hierdurch sind die Berührungspunkte zwischen
dem Werkzeug und dem Werkstoff auf ein Minimum reduziert. So entsteht beim Bohren nahezu
keine Reibungswärme mehr. Das Ergebnis: Ein "Brennen" im Holz ist nicht mehr zu
beobachten und es entstehen Bohrungen einer besonderen Qualität bei sehr hohen
Standzeiten des Werkzeuges, die bisher bei Forstnerbohrern nicht erreicht werden konnten.
10. Sie suchen einen Holzbohrer mit einem
spezielle Durchmesser (z.B. 35,4 mm) und finden diese Maße nicht im Katalog. Welche
Lösung gibt es?
FAMAG fertigt auf Wunsch Bohrer jeder Form
in jedem gewünschten Durchmesser. Durch unsere hochwertigen CNC Maschinen sind solche
Einzelanfertigungen maßgenau zu fertigen und zu dem noch bezahlbar. Sprechen Sie mit
Ihrem Fachhändler, er wird Ihnen ein interessantes Angebot unterbreiten können.
Gern helfen wir Ihnen bei weiteren Fragen.